| Wer war Bernhard Heinrich Overberg? |
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Katholischer Theologe und Pädagoge: * 1. 5. 1754 in Voltlage bei Osnabrück,
+ 9. 11. 1826 in Münster; seit 1783 im Schuldienst des Hochstifts Münster,
seit 1809 Regens des Priesterseminars in der Domstadt, 1816 Konsistorial-,
Regierungs- und Schulrat.
Nach dem Studium der Theologie in Münster wirkte Overberg seit 1780 als Kaplan
im westfälischen Everswinkel. Als Minister Frhr. Franz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg
von seinen besonderen Lehrfähigkeiten im Religionsunterricht erfuhr, holte er
ihn nach Münster, um ihn bei seiner Reformtätigkeit zur Verbesserung des
Schulwesens einzusetzen. Hier übernahm Overberg die Normalschule, eine
Bildungsanstalt für Lehrer, in der jeweils in den Ferien zwischen August und
November Kurse abgehalten wurden, um die Vorbildung der Lehrer und die
Gestaltung des Unterrichts zu verbessern.
Seit 1783 wohnte Overberg im Priesterseminar und führte auch verschiedene
Visitationsreisen in die Schulen des Fürstbistums durch. Ihm ist es vor allem
zu verdanken, daß die Schulreformen Fürstenbergs konsequent durchgesetzt
wurden.
1789 zog er in das Haus der Fürstin Gallitzin, deren Beichtvater er wurde. Wie
sie, gehörte auch er bald zum "Kreis von Münster". Sein Porträt ist
auf dem Stahlstich, der den "Kreis" in Angelmodde zeigt, zu sehen.
Nach dem Tode der Fürstin Gallitzin verließ Overberg das Haus in der Grünen
Gasse.
Von seinen Schriften sind besonders die 1793 zuerst erschienene "Anweisung
zum zweckmäßigen Schulunterricht für die Schullehrer im Hochstifte Münster"
und das 1804 zuerst gedruckte "Christkatholische Religionshandbuch"
sowie seine Katechismen wichtig. Die "Anweisung" für die Schullehrer,
in der er die richtigen Lehrmethoden genau erläuterte, erlebte allein zu seinen
Lebzeiten sechs Neuauflagen und wurde sogar ins Holländische übersetzt. Seine
Katechismen, für die er als passende Unterrichtsanweisung das
"Christkatholische Religionshandbuch" herausgab, hatten eine Auflage
von 2 Millionen.
Deutlich wird aus seinen Werken die neue Lehrmethode, die eine Abwendung vom
rein vortragenden Unterricht vorsah und so die modernen pädagogischen Methoden
vorbereitete.